Surfin‘ the Black Wave

Wie bereits erwähnt ist es gar nicht mal so einfach in München in den Genuss schrammeliger E-Gitarren und dunkler 80er-Synthies zu kommen. Das ist nicht nur beim Feiern so, sondern auch wenn es darum geht, hippen Shit und Klassiker aus dem Bereich der Gitarrenmusik jenseits vom Saturn-Sortiment-Mainstream zu erstehen. Man muss etwas suchen, aber es gibt sie, die Vinyl-Ticker, die ihre Anhänger_innen mit dem guten Zeug versorgen. Ich schaue mich für euch in den Plattenläden der bayerischen Landeshauptstadt um.

Vinyl-Lovers unite!

Ich gebe es ja zu (und levelle damit auf der Hipster-Skala mindestens +1 up): Ich bin nicht nur eine Musik-Elitistin, die andere mit ihrer Affinität zu obskur-unbekannten Indie-/Wave-/Noise-Bands nervt und sich das Recht rausnimmt, den vermeintlich inferioren Geschmack anderer mit einem vernichtend-verächtlichen Augenrollen zu strafen. Zudem sitze ich nicht nur gerne in überteuerten Großstadt-Cafés und trinke noch überteuerteren Fair-Trade-Organic-Decaf-Low-Carb-Kaffee, während ich prätentiöse Musik-Blogs, die noch prätentiöser sind als mein eigener, nach dem neusten heißen Scheiß durchstöbere. A

ls wäre es nicht schon schlimm genug überhaupt einen eigenen Blog zu haben, setze ich auf meine eigene Klischeehaftigkeit noch einen drauf: Ich hänge gerne in Plattenläden ab. Ich liebe den Geruch gebrauchten Vinyls, mag es zu stöbern, Neues zu entdecken und nichts – absolut gar nichts (!) – geht über das Gefühl, plötzlich diese eine, ganz bestimmte ’94er-Japan-B-Seiten-Edition in den Händen zu halten, von der du dachtest, dass du sie nie bekommen würdest. Bevor ich mich jedoch in Schwärmereien verliere, komme ich nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels.

Mein Besuch bei Black Wave Records

Da ich momentan noch kein Insider-Wissen über Münchens coole Underground-Platten-Dealer besitze, musste mir Google bei meinen ersten Recherchen zum Thema Plattenläden in der bayerischen Landeshauptstadt behilflich sein. Schnell stieß ich bei der Suche nach „vinyl indie postpunk münchen“ auf Black Wave Records in der Westendstraße 49.

Angefixt vom Verprechen auf „new and used punk, hardcore, indie, powerpop, garage, and other styles“ machte ich mich schnellstmöglich auf den Weg.

Shop-Gründer und -Besitzer Michael in seinem Refugium. Der Typ ist nicht nur superfreundlich, sondern hat auch echt Ahnung von den Platten, die er vertickt.

So wurde ich bei meinem Einkauf nicht nur mit coolen Hintergrundinfos zu den Platten, die mich interessieren, versorgt, sondern staubte direkt noch eine Einladung zu einem Konzert ab (das ich aufgrund akuter Schniefnasigkeit leider nicht besuchen kann. Über die Einladung habe ich mich trotzdem gefreut!)

Bei meiner Ankunft wurde mir schnell bewusst: Der erst im August 2015 eröffnete Laden ist zwar klein, aber oho! Obwohl der Fokus auf klassischem Punk liegt, lässt eine Vielzahl an neuen und gebrauchten LPs aus dem Bereich Indie, Postpunk und Wave mein Herz höher schlagen.

Auch limitierte Siebdruckposter und -shirts von Flatlandlabs gibt es im Laden.

Die neue Platte von La Femme ist jetzt bei mir ein Zuhause. Sehr empfehlenswert! Sollte mal eine Platte nicht im Laden vorrätig sein, nimmt Michael übrigens auch gerne Bestellungen von Kunden an.

Black Wave Records ist übrigens jeden Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr und am Samstag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Schaut vorbei – ein Besuch lohnt sich!

Ein Arbeitskollege gab mir übrigens den Tipp auch mal bei Optimal Records in der Kolosseumstraße reinzuschauen. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet.

Ihr habt Plattenläden-Geheimtipps? Immer her damit!

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http://notjanina.com/2016/10/16/surfin-the-black-wave/

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