Was ich mir wünsche

In letzter Zeit bekomme ich viele Rückmeldungen zu meinem Blog. Größtenteils ist das Feedback positiv, was mich jedes Mal wieder freut. Immer wieder bin ich erstaunt darüber, dass Leute meine Texte tatsächlich lesen und mögen, sich darauf freuen etwas Neues von mir zu lesen, Sachen sogar mehrmals anklicken, über Dinge nachdenken, die ich schreibe. Verrückt und ein riesen Kompliment.

Wie es nun einmal ist, wenn man im Internet Dinge über sein Privatleben veröffentlicht, erreichen mich mittlerweile auch die ersten Hass-Nachrichten. Anstatt mich darüber zu ärgern, fasse ich Hate Mail als Kompliment auf. So weiß ich, dass meine Texte die Leute, die sie lesen, auf irgendeine Art berühren. An Hass-Kommentare bin ich außerdem gewöhnt seitdem ich meine ersten Blogging-Erfahrungen auf einer Seite, die besonders viele Anhänger*innen in den USA hat, machen konnte. Als ich das erste Mal einen Kommentar à la „this fuckin‘ feminist just needs a real cock“ unter einem meiner Texte auf der facebook-Seite des Blogs lesen durfte, beschloss ich, nur noch konstruktiv geäußerte Kritik zur Kenntnis zu nehmen und jegliche dummen, hasserfüllten Nachrichten einfach auszublenden. (Meine englischsprachigen, anscheinend für manche Menschen polemischen, Texte könnt ihr übrigens hier lesen).

Die Dinge, die wir sehn‘ und die Dinge, die wir wolln‘ …

Zurück zu den schönen Dingen. Ich bekomme nicht nur einen riesen Haufen positives Feedback zu meinen Texten, sondern werde mittlerweile auch immer öfter gefragt, wie man mich unterstützen kann. Da gibt es die Leute, die meine Arbeit fördern wollen, die es gut finden, dass ich offen über meine Unsicherheiten und (Gewalt-)Erfahrungen blogge und die wollen, dass ich weitermache. Bei diesen Menschen bedanke ich mich an dieser Stelle.

Dann gibt es diejenigen, die gerne etwas an meiner Situation ändern wollen, die wollen, dass ich mich in der neuen Stadt schneller und „besser“ eingewöhne, die wollen, dass ich „gesund“ werde – und das am besten pronto. Sicherlich ein nachvollziehbarer Wunsch. Allerdings: Ich gehe meinen eigenen Weg, so wie ich es bisher immer getan habe. Ich treffe autonom Entscheidungen, die meiner physischen und psychischen Gesundheit am zuträglichsten sind – auch wenn mein Weg oft nicht der gradlinige ist, es einige Zeit dauert und ich mehrere Anläufe brauche.

Da ich am Donnerstag Geburtstag habe, werde ich in letzter Zeit immer wieder gefragt, was ich mir wünsche und was ich brauche. Ich brauche kein „du solltest, du musst, du bist“. Keine Kontrolle, Strenge, Druck und Härte. Kein Mitleid, keine Samthandschuhe, keinen Eiertanz.

Was ich brauche sind Solidarität, Verständnis, Mitgefühl und Geduld. Ein Austausch auf Augenhöhe. Das sind die Dinge, die mir die Kraft und Energie geben, um zu wachsen. Und es sind die Dinge, die ich mir wirklich wünsche und die mir am meisten weiterhelfen.

Davon abgesehen gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mich und meine Arbeit nicht nur emotional, sondern auch finanziell zu unterstützen. Zum Beispiel bei Patreon. Dort könnt ihr euren Support schon mit einem kleinen Betrag pro Monat zeigen, was mir einen zusätzlichen Ansporn gibt, weiterzumachen. Every little helps!

Und ja, weil ich auch danach schon gefragt wurde: Ich habe auch eine Amazon Wunschliste, voll mit Dingen, die mein Leben ein bißchen schöner machen würden. Aber: Jede Art der Unterstützung ist wunderbar, auch und besonders die der nicht-materiellen Art.

Ich freue mich auch weiterhin über euer Feedback und jede Form der konstruktiven Kritik. Bitte nicht aufhören.

Danke an alle, die mich unterstützen oder es gerne wollen

 

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http://notjanina.com/2016/11/13/was-ich-mir-wuensche/

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