Gastbeitrag: Gegen Bewegung

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Über den_die Verfasser*in dieses Gastbeitrags

Mathias nennt sich im Internet herr_stemme. Er hat Philosophie studiert und hat Spaß an Popkultur und Nerdstuff. In seiner Freizeit versucht er, die Welt zu verbessern. Er ist etwas fatalistisch, aber gut gelaunt – seine Tasse Kaffee ist immer halbvoll. Für iamnotjanina schreibt er über Maskulinismus.


Wo es eine Bewegung gibt, gibt es auch eine Gegenbewegung. Pokémon und Digimon, Beatles und Stones, BigMac und veganer Seitan-Burger. Und der Feminismus? Der hat den Maskulinismus.

Wie selbstverständlich stehen die häufig aus der Mittelschicht kommenden, meist männlich sozialisierten Menschen für die Rechte der Männer* ein. Die gängigen Meinungen: Wenn eine Frau* einen Manager-Job hat, wird ein Mann* arbeitslos. Wenn eine Frau* mehr verdient als ihr männlicher* Kollege, dann hat sie sich hochgeschlafen. Wenn heterosexuelle Männer* wechselnde Partner*innen haben, sind sie Helden. Frauen* sind Schlampen*. Wenn Frauen* alleinerziehend sind, dann sind sie selbst schuld. Männer nicht. Sie werden heimtückisch verlassen. Seitdem es Gender Mainstreaming, Frauenquoten und Gleichstellungsbeauftragte gibt, wird mann nämlich unterdrückt, wo frau nur kann.

Dass diese Argumente an den Haaren herbeigezogen sind und die tatsächlichen Probleme umkehren, erkennt man schnell.

Eine simple Logik. Probleme erschaffen, die nicht existieren. Feministische Argumente umkehren. Aus den Unterdrückern werden die Unterdrückten. Reden von sozialer Ungerechtigkeit, die einem widerfährt, wenn anderen Menschen die gleichen Rechte zukommen. Nach diesem Prinzip funktioniert Maskulinismus. Denn: Die Opferrolle ist schnell eingenommen. Und leider finden die Männerrechtler*innen zur Zeit der Wutbürger*innen und der sogenannten Flüchtlingskrise im öffentlichen Diskurs Gehör.

Wie einfach es sein muss, in dieser bequemen sozialen Machtstellung zu argumentieren. Zur Farce wird die Position der Männerrechtler*innen erst recht vor dem Hintergrund, dass im Weißen Haus ein Raum voller Männer die Abtreibungsrechte beschneidet. Oder in Saudi Arabien über Frauenrechte entschieden wird, aber keine einzige Frau* anwesend ist. Oder wenn in Russland das Gesetz gegen häusliche Gewalt gelockert wird.

Wäre die Energie, die Maskulinisten aufwenden, um scheinbare Missstände zu bemängeln, in der Gleichstellungsdebatte nicht viel besser aufgehoben? In einem positiven und zielführenden Diskurs, in dem es nicht um Schwarz und Weiß geht. Sondern um Gleichberechtigung.

Denn, liebe Maskulinisten, damit auch ihr es versteht: Der Feminismus will die hegemonialen Verhältnisse keinesfalls umkehren. Vielmehr geht es um gleiche Rechte, gleiches Gehalt, Selbstbestimmung auf allen Ebenen. Die Wirkweise patriarchaler Strukturen ist nach wie vor ein Thema – besonders in Zeiten eines weltweiten Rechtsrucks. Vor dem Hintergrund der weltweiten politischen Entwicklungen und dem sozialen Ist-Stand ist der Feminismus noch lange nicht da, wo er hinwill. Deshalb, liebe beleidigte Männerrechtler: Hört auf mit eurem Mimimimimi.


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[…] In einem Gastbeitrag stellt Herr Stemme dar, was er als Feminist von dem Maskul(in)ismus hält: […]

„Eine simple Logik. Probleme erschaffen, die nicht existieren.“

äh was ist denn dann Manspreading ? Der Begriff ist doch rein von Internetfeministinen erfunden worden? Das ist doch wirklich kein echtes Problem?

Genauso sind ihre Verweise auf Saudiarabien, Rußland oder Trump keine Hilfe wenns um Feminismus in Deutschland geht oder? Wer erschafft hier Probleme die nicht existieren?