„Wie Duschbier – nur mit Orangen!“

In Folge einer krankheitsbedingten Zwangspause stieß ich* bei Reddit zufällig auf ShowerOrange. In dem Thread schildern Menschen, wie es sich anfühlt, beim Duschen eine Orange zu essen. Auch zahlreiche Beweisfotos von Orangenschalen auf dem Boden von Duschen gibt es zu bestaunen. Duschbier – okay. Damit kann ich* etwas anfangen. Aber eine Orange unter der Dusche verdrücken? Das ist doch irgendwie… widernatürlich. Oder? Aber wieso beschreiben so zahlreiche ShowerOrange-Anhänger*innen ihre Erfahrungen als bewusstseinserweiternd? Was, wenn ich hier auf ein Heilmittel gestoßen bin, das auf einen Schlag all meine Millennial-Probleme lösen wird? Außerdem verbindet die Duschorangen-Anhänger und mich ein gemeinsamer Feind: die Grapefruit.

Die ShowerOrange-Gemeinschaft hat drei große Regeln. Veröffentliche keine Nacktbilder von dir und deiner Orange, sei lieb zu den anderen Anhänger*innen und am wichtigsten: Keine Grapefruits!

Ich* ertappe mich dabei, wie mich der Gedanke nicht loslässt. Ich* wache nachts auf und sinniere darüber, wie es sich anfühlen muss, eine Orange ohne klebrige Sauerei zu vernaschen. Ohne, dass Orangensaft im Auge landet und am Ende eine latente Unzufriedenheit über die entstandene Schweinerei aus Schalenresten, Kernen und Orangensaft, der Flecken hinterlässt, herrscht. Ich* treffe eine Entscheidung, die mein weiteres Leben nachhaltig beeinflussen wird. Meine Geschichte möchte ich* dir nicht vorenthalten. Mein Ziel: Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema des Zitrusfrucht-Duschgenusses lenken. Dies ist meine Geschichte. Meine Duschorangen-Erfahrung.

Disclaimer: Dieser Text sowie alle verwendeten Inhalte dienen reinen Unterhaltungszwecken und sind bitte nicht ernst zu nehmen!


Wir sind allein. Aus den Augenwinkeln mustere ich* den Fremden, mit dem ich* heute eine der intimsten und betörendsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens teilen darf. Gut sieht er aus. Fast anzüglich präsentiert er seinen prallen Körper im grellen LED-Licht meines Badezimmers. Ich* unterdrücke ein Zittern. Istes Angst oder Vorfreude, die mich erschaudern lässt? Ich weiß es nicht.

Duschorange
„Sorry, aber… Flirtest du etwa mit mir?!“ – Auch ich war einst skeptisch

Ich* entkleide mich – immer noch etwas schüchtern vermeide ich* es, ihn dabei anzuschauen. Ist es doch schließlich so gar nicht meine Art, eine private Angelegenheit wie das Duschen mit einem mir Unbekannten zu vollziehen. Doch hier sind wir nun. Sinnlich-eng umschlungen unter dem kühlen Wasserstrahl. Er bietet sich mir an. Seinen saftigen Leib, der genau den richtigen Reifegrad erreicht hat. Sanft fahre ich* über seine feste Haut. Erkunde seinen vom Wasser glänzenden orangenen Fruchtkörper. Wie verlockend er sich anfühlt! Ich* halte es nicht mehr aus. Ich* will ihn spüren. Jetzt. 

Verarbeiten REM in diesem Song etwa Duschorangen-Erfahrungen?

Tief schlage ich* meine Zähne in sein saftiges Fleisch. Seine Schale schmeckt etwas bitter, ich* spucke aus. Citrus-Aroma erfüllt die dampfschwangere Luft. Das Wasser spült den eigenwilligen Geschmack hinfort. Und der Kampf durch die harte Oberschicht zahlt sich aus, denn: Süß ist das, was darunter liegt. Der klebrige Saft rinnt meinen Körper hinunter, als ich* gierig weiter schlinge – zuckrig fühlt er sich an, als er langsam meinen Körper hinabrinnt, meine Flanke liebkost. Ich* verliere die Kontrolle. Große Stücke Schale fallen zu Boden, ich* lasse es geschehen. Unendlich vertieft bin ich* in seinen orangenen Leib. Es stimmt: Es gab andere vor ihm, doch keiner hat es geschafft, Gefühle dieser Intensität in mir zu wecken. Es ist – entschuldige diesen Vergleich, der auf dich lachhaft wirken mag – als hätte ich einem höheren Wesen direkt ins Antlitz geblickt. Erschöpft sinke ich* zwischen den Schalenresten zusammen.

„Danke“, flüstere ich* und liebkose ein letztes Mal seine Schale mit meinen Fingerspitzen. Danke, meine Duschorange. Ich* werde nie wieder die Selbe sein. Niemals hätte ich* mir erträumt, dass auch ich* eine treue Anhänger*in der Duschorangen-Bewegung werden könnte. Doch nun: Hier bin ich*. Ein besserer, gesünderer Mensch.

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http://notjanina.com/2017/03/15/shower-orange/

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