Von „Risky Business“ und Leben mit Diagnosen: Mental Health Month 2017

Psychische Krankheiten stehen im Mai in den USA im Scheinwerferlicht. Seit 1949 ist der Monat nämlich ganz offiziell Mental Health Month. 2017 bedeutet das wie jedes Jahr: In ganz Nordamerika finden verschiedenste Veranstaltungen zum Thema psychische Gesundheit wie Vorträge und Demonstrationen statt. Viele Organisationen sammeln im Mai Spenden für ihre Projekte. Auch beim Mental Health Month 2017 ist der Grundgedanke, Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Gesundheit zu lenken und so das Tabu, das psychische Krankheiten umgibt, abzubauen.

Viele Aktionen, die im Mental Health Month stattfinden, sind auf Social Media unter dem Hashtag #breakthestigma gebündelt. Vielleicht bist du auch schon mal darüber gestolpert und hast dich gefragt, was es damit auf sich hat.

#BreakTheStigmaOfMentalIllness #KeepTalkingAboutMentalHealth #BreakTheStigma #SaveTheACA #SaveObamacare #Iam1in4

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Schon seit einigen Jahren verfolge ich*, was sich im Mai in den USA tut. Denn dort werden dann viele Themen, die mit psychischer Gesundheit zu tun haben, angesprochen, die im deutschsprachigen Raum bis dahin nicht oder wenig thematisiert werden. Sozusagen, die „Trends zum Thema psychische Krankheiten“. Ein Beispiel: Gaslighting, eine spezielle Art von psychischem Missbrauch in verschiedenen Beziehungskonstellationen, war in den USA schon lange ein Thema bevor das Konzept in Deutschland besprochen wurde. Auch durch den Mental Health Month ist Gaslighting mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Jedes Jahr findet der Mental Health Month unter einem anderen Motto statt. 2016 war es „Mental Illness Feels Like“ (dt.: „Psychische Krankheiten fühlen sich so an“). Damit lag der Fokus darauf, allgemein darüber zu sprechen, wie es ist, mit einer psychiatrischen Diagnose zu leben. Ganz nach dem Leitsatz: „Don’t keep mental illness to yourself. There’s power in sharing.“

Das Motto des Mental Health Month 2017: „Risky Business“ – „riskantes Verhalten“. Verstärkt sollen also bestimmte Verhaltensweisen in den Fokus gerückt werden, die einerseits für Außenstehende darauf hindeuten könnten, dass eine Person an einer psychischen Krankheit leidet und eventuell Unterstützung braucht. Andererseits soll durch das Motto eine Diskussion darüber angeregt werden, welchen Einfluss bestimmte Verhaltensweisen auf die Entstehung psychischer Krankheiten haben können. Besondere Aufmerksamkeit sollen Drogen, Sex sowie exzessives Shopping und Sporttreiben bekommen.

Warum denn nur im Mai über psychische Gesundheit sprechen?

Obwohl ich* mich auch sonst aktiv gegen die Diskriminierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen einsetze, ist der Mental Health Month für mich ein guter Anlass, auf iamnotjanina ganz besonders viel Aufmerksamkeit auf das Thema Diagnosen, den Umgang damit, Stigma und Tabuisierung zu lenken. Und meine Position ganz klar deutlich zu machen. Nicht nur im Mai will ich:
Über psychische Krankheiten sprechen und mich nicht dem sozial auferlegten Schweigegebot unterwerfen, das eine psychiatrische Diagnose in den meisten Gesellschaften bedeutet.
Last und Druck nehmen, indem ich* nicht offen sichtbare, aber genauso schmerzhafte Leiden, offen thematisiere.
Verbündete finden.
Gegenseitige Unterstützung fördern.
Ein Klima der Akzeptanz, des Verständnisses und der Offenheit schaffen.
Die Erkenntnis fördern, dass psychische Krankheiten eben Krankheiten sind – und weder Hirngespinste noch ein Zeichen von Schwäche noch Luxusprobleme noch selbst verursacht und so weiter und so fort.
Mich nicht an den Rand der Gesellschaft drängen lassen.
Kontextualisieren.
Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und Gleichbehandlung einfordern für Menschen, die aufgrund ihrer Diagnose(n) diskriminiert werden.

Themen zum Mental Health Month 2017

Ich* könnte noch viele weitere Gründe nennen, warum ich* jedes Projekt unterstütze, das eine aktive Auseinandersetzung mit psychischen Krankheiten fördert, aber ich* denke, du verstehst, worauf ich hinaus will. Auf dem Blog gibt es diesen Monat also besonders viele Artikel, die sich um das Thema „Leben und Umgang mit psychischen Krankheiten“ drehen. Zum Beispiel eine Reihe von Interviews, die ich* letztes Jahr im Rahmen des Mental Health Month geführt habe und die bisher nur auf Englisch erschienen sind. Außerdem habe ich* noch einen App-Test für dich: Zum Weltgesundheitstag am 4. April sind verschiedene Gesundheits-App-Empfehlungen in meinen Feed geflattert. Deshalb habe ich* Apps getestet, die dir das Leben mit Depressionen vereinfachen sollen. Du darfst gespannt sein 😉

Hier geht es direkt zu meinem ersten Interview: Mit Daniel spreche ich über das Leben und den Umgang mit der Diagnose Dissoziative Identitätsstörung.

Ich* wünsch dir viel Spaß mit meinen Texten im Mai und freu mich auf spannende Diskussionen!

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http://notjanina.com/2017/05/06/mental-health-month-2017/

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[…] Mai dreht sich auf iamnotjanina alles um psychiatrische Diagnosen, das Leben und den Umgang damit. Was bedeutet es, mit einer Diagnose zu leben? Wie fühlt sich eigentlich Schizophrenie an? […]

[…] zu den Zahlen und Fakten. Aber wie fühlt es sich eigentlich an, mit einer Essstörung zu leben? Ich will es genau wissen und suche nach Menschen mit den Diagnosen Anorexie, Bulimie oder Binge Eating Disorder. Dabei […]

[…] Abschluss meiner Interview-Serie zum Mental Health Month 2017 treffe ich* John [Name geändert]. Auf einer Party tanzt er neben mir und trägt dabei ein Shirt […]