Selbstfürsorge: Warum ich Pillen schlucke

Pillen sind Freunde. Waren sie schon immer. Warum das so ist? Darüber müsste ich* spekulieren. Auf jeden Fall habe ich* keine Hemmungen davor, bei Schmerzen oder wenn ich* es sonst für notwendig halte, etwas zu schlucken. Nicht, weil ich* Schmerzen nicht aushalte, sondern weil ich* nicht einsehe, warum ich* aushalten soll, dass etwas wehtut, wenn es doch eine einfache Lösung des Problems gibt.

Wahrscheinlich aus diesem Grund wurde mir schon einmal von einem Menschen aus den USA unterstellt, ich* hätte eine mindestens genauso schlimme (sprich: verharmlosende) Einstellung gegenüber Medikamenten wie ein Großteil der US-Amerikaner*innen. Andere formulierten ihre Meinung weniger „durch die Blume“ und unterstellten mir Bequemlichkeit. Klar, es wirkt vielleicht so, als würde ich* es mir leicht machen. Ich* finde meine Einstellung aber nicht bequem, sondern pragmatisch.

Und ehrlich gesagt habe ich* diese Anti-Pillen-Leute noch nie verstanden, die lieber einen ganzen Arbeitstag mit schmerzverzerrtem Gesicht dasitzen und leise schmerzerfüllte Laute ausstoßen. Oder die Leute, die sich erst in Behandlung begeben, wenn ein Körperteil blau anläuft oder komisch wegsteht. Natürlich ist es eine sehr persönliche Entscheidung, wie mensch mit Schmerzen umgeht. Aber oft genug ist ein Medikament eine Möglichkeit, um einigermaßen heil durch den Tag zu kommen. Eine Möglichkeit, die man pauschal nicht verteufeln sollte.

Wenn ich* krank bin, gehe ich* zum Arzt. Wenn ich* weiß, dass dieses oder jenes Medikament mir hilft, den Tag besser zu bewältigen, weil ich* keine andere Option habe, als den Tag zu bewältigen – dann nehme ich* dieses Medikament. Auch das ist Selbstfürsorge.

Versteh mich nicht falsch: Sobald ich* mal Zeit habe, greife ich* nicht sofort zur nächstbesten Packung Schmerzmittel, wenn mir etwas wehtut. Aber leider habe ich* selten Zeit. Mir fehlen (zu) häufig die Ressourcen, um Schmerzen mit Mitteln der Meditation und Achtsamkeit und des Sportelns in den Griff zu bekommen. Und ich* spreche hier sowohl von physischen als auch psychischen und finanziellen Ressourcen. Achtsamkeit und Meditation und Therapie helfen. Aber sie sind auch ein Luxus, den sich nicht Jede*r leisten kann.

Oh, ich* kann sie schon förmlich hören, die Pillen-Gegner*innen:

„Aber du machst dir damit langfristig deine Gesundheit kaputt!“

„Du vergiftest dich!“

„Symptom-Bekämpfung!“

Jaha, liebe Menschen, ich* höre euch. Ich* höre euch seit Jahren. Und auch wenn es die oben genannten guten Gründe gibt, aus denen mensch eher zu Schmerzmitteln greifen mag, als es ohne zu versuchen: Ihr habt ja recht. Regelmäßige Schmerzmittel-Einnahme, selbst wenn es nur um vermeintlich harmlose Mittelchen wie Ibuprofen geht, schadet Leber und Nieren. Und jaha: Vielleicht ist wirklich etwas Wahres dran, dass mensch, anstatt immer wieder Schmerzmittel gegen Migräne zu schlucken, besser dazu übergehen sollte, etwas gehen die Ursache des Problems zu tun.

Deshalb – und das sage ich* leicht verschämt – ist es Zeit, meinen Lifestyle wenigstens ein klein wenig zu ändern. Zum Beispiel mithilfe von Sport. Oder auch durch alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur. Besonders letzteres war für mich eine riesengroße Überwindung – fange ich* doch schon an zu schreien, wenn ich* esoterisch Angehauchtes auch nur 1.000 Meter gegen den Wind rieche.

Wie es mir, dem*der großen Skeptiker*in bei meinem ersten Akupunktur-Termin ergangen ist? Nächste Woche erfährst du mehr 🙂

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http://notjanina.com/2017/07/09/pillen-sind-freunde/

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[…] nach der Behandlung wirkt das Gefühl noch lange nach. Und auch die Migräne ist viel besser. Vielleicht sollte ich* doch etwas mehr esoterische Greg-ness in mein Leben […]